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Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen können an der Blauzungenkrankheit [Bluetongue, Maulkrankheit] erkranken. Die Krankheit ist eine virale Infektionskrankheit und gehört zu den anzeigenpflichtigen Tierseuchen. Für Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr, darum können Fleisch- und Milchprodukte ohne Bedenken verzehrt werden. Die Impfung gegen Blauzungenkrankheit hat in Deutschland zu einer regen Diskussion geführt, da sie als Pflichtimpfung bei Ziegen, Rinden und anderen Wiederkäuern in Deutschland gemacht wurde.

Der Krankheitserreger:
Der krankheitsauslösende Erreger ist das Blauzungenvirus [engl. Bluetongue virus, kurz BTV].Von diesem Virus sind bislang mindestens 24 verschiedene Typen bekannt, die jeweils eine unterschiedlich virulent sind. Bei dem seit dem Jahr 2006 im mittleren und nördlichen Europa vorkommenden Erreger handelt es sich um den Serotyp 8, kurz BTV-8. Seit 2008 breitet sich auch der Serotyp 1, kurz BTV-1, in Südwestfrankreich in Richtung Norden aus. Im Oktober 2008 wurde BTV-6 in den Niederlanden festgestellt.

Übertragen wird das Virus durch Mücken aus der Familie der Gnitzen.
Die Gnitze nimmt das im Blut eines infizierten Tieres zirkulierende Virus während des Saugaktes auf. Nach einem Vermehrungszyklus im Insekt, bei dem das Virus auch in die Speicheldrüse gelangt, überträgt es dieses beim nächsten Saugen auf ein anderes Tier.
Im Winter sind Neuinfektionen selten, da die Gnitzen als Überträger dann nicht mehr aktiv sind.

Auch andere blutsaugende Insekten wie Stechmücken, Zecken können die Blutzungenkrankheit übertragen. Über die Häufigkeit gibt es hier allerdings nur Spekulationen. Sollte ein Bulle das Virus in sich tragen, kann er es auch über sein Sperma weiterverbreiten.

Die betroffene Tiere:
Schafe sind für die Blauzungenkrankheit anfällig. Hier vor allem die Lämmer. Die Empfänglichkeit ist bei den verschiedenen Rassen aber unterschiedlich groß.
Ziegen erkranken weniger häufig. Rinder werden selten schwer krank, aber sie gelten als Multiplikatoren für den Erreger. Dasselbe gilt für Wildwiederkäuer wie Hirsche, Rehe aber auch Antilopen und afrikanische Wildnager.

Die Symptome und der Krankheitsverlauf beim Schaf:
Nach einer Inkubationszeit von 2 bis 15 Tagen kommt es ersten Symptomen. Hierzu zählt ein 6 bis 8 Tage anhaltendes Fieber und einer übermäßigen Durchblutung der Kopfschleimhäute. An Lippen, Augenlidern und Ohren kann man Ödeme sehen und eine blaurote Färbung im Maul und vor allem an der Zunge. Häufig sieht man zusätzlich einen schaumigem Speichelfluss, Nasenausfluss sowie Atembeschwerden. Entzündungen an den Klauen und in den Skelettmuskeln führen zu Lahmheit. Bei schwangeren Tieren kann es zu Missbildungen der Lämmer, oder zu einer Fehlgeburt kommen. [ca. 30% der erkrankten Schafe sterben an der Krankheit].

Die Symptome und der Krankheitsverlauf beim Rind
Nach einer Inkubationszeit von 5 bis 12 Tagen kommt es je nach Virustyp zu unterschiedlich stark verlaufenden Erkrankungen. Meist handelt es sich bei Rindern um einen leichten Verlauf. Hier kommt es vorübergehend zu Fieber. Die Futteraufnahme ist vermindert. Hinzu kommt es zu vermehrtem Speichel und der Gang ist schleppend. Bei leichten Verlaufsformen erholen sich die Tiere aber wieder schnell. Trotzdem kann es zu Fehlgeburten und erhöhter Kälbersterblichkeit kommen.

Bei schweren Verlaufsformen kommt es zu zusätzlich zu hohem Fieber und Apathie. Es treten entzündliche Veränderungen an Kronzaum und Zitzen, vor allem in unpigmentierten Bereichen auf. Entzündungen in Muskeln und an den Klauen führen zu Bewegungsunlust und Lahmheiten.

Rinder erholen sich nach milden Verlauf, ein tödlicher Verlauf ist aber möglich.

Die Prophylaxe:
Zur Prophylaxe gehören planmäßige Insektenbekämpfung, Stallhaltung gefährdeter Tierbestände während der Nacht sowie aktive Immunisierung in verseuchten oder seuchenverdächtigen Ländern. Die Impfung ist teilweise eine Pflichtimpfung wie in Deutschland. In seltenen Fällen kam es zu Todesfällen oder Fehlgeburten nach der Impfung, es konnte aber kein Beweis für einen Zusammenhang von Impfung und unerwünschten Nebenwirkungen gefunden werden. Wir können und wollen hierzu keine Empfehlung geben.

Die Behandlung:
Bei Rindern mit einem milden Krankheitsverlauf ist eine selbstständige Heilung möglich. Erkrankte Tiere sollten nicht der Sonne ausgesetzt werden. Ansonsten sind lediglich Maßnahmen zur Linderung lokaler Krankheitserscheinungen nötig.

Eine eigentliche Therapie ist gemäß der Natur des Erregers nicht möglich. Das heißt man kann nur gegen die Symptome vorgehen, aber das Virus an sich kann nicht bekämpft werden.