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Europäische Schweinepest [ESP oder EP] Erstmals 1883 im Staat Ohio beschrieben 1862 in England Nachweis des infektiösen Charakters durch Law 1875. Es gibt auch noch eine Afrikanische Schweinepest [ASP]. Sie ist für unsere Breitengrade nicht relevant, verläuft aber genau wie die ESP.

Vorkommen:
Nur beim Schwein vorkommend. Das Virus ist äusserst wiederstandsfähig. Hitzestabil bis 60°C. Ph-stabil 3-12. Es hält sich in gefrorenem Fleisch 1500 Tage, im Kot 7 Tage, im Urin 5 Tage.

Die Ursache:
Verursacht wird die ESP durch das Schweinepestvirus (SPV), das zur Familie der Togaviren gehört.

Die Übertragung:
Übertragen wird die ESP durch virusausscheidende Schweine (Wildschweine),

Speichel, Nasen- Augen- und Rachensekret, Kot und Urin, Schlacht- und Fleischprodukte, Gülle, verunreinigte Fahrzeuge, Instrumente, Injektionsspritzen. Schadnager und Haustiere. Die Tiere sind schon einen Tag nach der eigenen Ansteckung infektiös, und bleiben es bis zu 200 Tage lang.

Die Inkubationszeit: 2-6 Tage

Das Krankheitsbild:
Das Krankheitsbild kann in einer akuten Form und in einer chronischen Form (atypisch) auftreten. Während früher die Erscheinungen der akuten Form vorherrschten, wurden in den letzten Jahren vermehrt die chronischen Formen beobachtet.

Akute Form
Hohes Fieber (40-42°C), Mattigkeit, Futterverweigerung, Hinterhandschwäche, Schwanken, taumelnder Gang, Zittern (Ferkel), Krämpfe, geschwollene Augenlieder, gerötete Lidbindehäute, schleimiger Nasenausfluss, Nasenbluten, Blaufärbung des ganzen Körpers, Kehlkopfentzündung, Schluckbeschwerden, röchelnder Atem, anfangs Verstopfung, später Durchfall. Der Tod tritt 8-20 Tage nach Auftreten der ersten klinischen Zustände ein. Sterblichkeitsrate 30-100%.

Chronische Form
Die chronische Form kann sich bei Schweinen entwickeln, die die akute überleben. Sie kann aber auch als selbstständige Form der Krankheit auftreten. Die Inkubationszeit ist gegenüber der akuten Form verlängert. Die Krankheitserscheinungen bei der chronischen Schweinepest sind viel uncharakteristischer als bei der akuten Schweinepest. Fieber ist nicht immer vorhanden. Bei mangelnder Fresslust können Verstopfung und Durchfall abwechseln. Oft sieht man chronische Entzündungen der Haut, manchmal Gewebetod an den Ohrspitzen. Insgesamt gibt es bei der chronischen ESP keine typischen Krankheitserscheinungen. Oft wird sie von anderen Erkrankungen überlagert.

Die Diagnose:
Der Verdacht der SP muss gestellt werden bei Vorliegen der beschriebenen Krankheitserscheinungen und vor allem dann, wenn eine fieberhafte Erkrankung auf eine entsprechende antibiotische Behandlung nicht anspricht. Im Blut sollte der Antikörpernachweis vorgenommen werden.

Die Behandlung:
Es gibt keine bestimmte Behandlung. Behandlung und Impfung sind verboten.

Vorbeugung
Kein Verfüttern von Speiseresten. Fernhalten von Schadnagern (Mäuse, Ratten) und Haustieren. Desinfektion von Schuhen, Geräten und Fahrzeugen.

Gesetzliche Bestimmungen
Nach dem Tierseuchengesetz handelt es sich bei der ESP um eine anzeigepflichtige Seuche. Anzeigepflicht bedeutet, das auch der Tierhalter Krankheitssymptome, die als Verdacht auf ESP gedeutet werden können, beim zuständigen Veterinäramt anzeigen muss. Die Bekämpfung erfolgt nach der Schweinepestverordnung durch die Veterinärbehörden. Ist die Seuche festgestellt worden, wird in einem Radius von 3km um das Seuchengehöft ein Sperrbezirk errichtet [Beschilderung: Schweinepest – Sperrbezirk] und mit einem Radius von 10km ein Beobachtungsgebiet. Alle Schweine des Seuchengehöfts müssen getötet (gekeult) werden.

Es folgt eine „stand-still“-Phase im Sperrbezirk von mindestens 21 Tagen und im Beobachtungsgebiet von 7 Tagen.

Verbringungsverbot in den und aus dem Sperrbezirk. Keine Schweineausstellungen, -märkte oder Tierhandel.

Während der „stand-still“-Phase werden alle Schweinebestände innerhalb eines Sperrbezirkes durch die Veterinärbehörden untersucht.

30 Tage nach Grobdesinfektion des Seuchengehöfts erfolgt im Sperrbezirk, bzw. nach 15 Tagen im Beobachtungsgebiet die Aufhebungsuntersuchung. Dazu werden die Schweinebestände nach einem EU-Schlüssel serologisch untersucht.
Seit dem 1.11.2002 ist eine neue Richtlinie zur Bekämpfung der Schweinepest in Kraft. Sie sieht eine mögliche, kontrollierte Impfung in Notfällen vor, sowie die orale (über den Mund) Impfung von Wildschweinen. In Erwartung neuer wissenschaftlicher Entwicklungen sieht die Richtlinie den Einsatz von „Marker-Impfstoffen“ vor, die zusammen mit derzeit in Entwicklung befindlichen Labortests eine Unterscheidung zwischen geimpften und infizierten Tieren ermöglichen.

Quellen: Handbuch Schweinekrankheiten K.-O. Eich | Europa-web | Uni-Gießen | Uni-Wien | Wikipedia