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Als Kolik werden Krankheitsanzeichen im Bereich Magen/Darm werden beim Pferd bezeichnet. Die Kolik ist dabei nicht die Krankheit selbst, sondern zeigt vielmehr das Auftreten einer Fehlfunktion des Verdauungstraktes an. Die Koliken können vielerlei Ursachen haben.

Die Symptome:
Bei Koliken ist das Pferd unruhig, flehmt, scharrt und wendet den Kopf nach hinten oder schlägt sich unter den Bauch. Es legt sich immer wieder hin, versucht eventuell sich zu wälzen. Bei stärkeren Schmerzen ist die Unruhe verstärkt, das Pferd bleibt teilweise einige Zeit auf dem Rücken liegen. Die Augen sind aufgerissen, der Atem stoßweise. Das Pferd kann stark schwitzen, manchmal ist die Mundschleimhaut trocken. Bei Kreislaufversagen bricht kalter Schweiß aus und die Hautoberfläche wird kühl. Generell verweigern Pferde mit Kolik die Aufnahme von Futter und Wasser. Häufig ist das Pferd aufgezogen, das heißt die Muskulatur um den Bauchraum verkrampft und zieht sich nach oben. Nicht jedes Pferd zeigt die gleichen Anzeichen. Das bedeutet, dass bereits einige der genannten Symptome auf eine Kolik hindeuten können. Bei Verdacht sollte schnell ein Tierarzt hinzugezogen werden, da nur er eine verlässliche Diagnose über die Ursache stellen und entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen kann. Wird die Kolik nicht behandelt, kann es zu Kreislaufversagen des Pferdes kommen. Dies führt zum Tod!

Die Ursachen:
Häufige Ursache für eine Kolik ist ein Verschluss des Darms, wobei am häufigsten der Grimmdarm betroffen ist. Nicht ausreichend verdautes Futter kann zu einem Verschluss führen. Auch eine Verschlingung, Verlagerung oder Einklemmung des Darms ist möglich. Auch Stresskoliken treten relativ häufig auf. Auslöser sind größere psychische Belastungen, wie etwa auf langen Transporten oder auf Reitturnieren. Dabei verkrampft die Bauchmuskulatur und stört damit die Verdauung. Wetterbedingte Koliken treten meist im Frühling oder bei Wetterwechsel auf. Der Kreislauf des Pferdes verschlechtert sich, der Darm hört auf zu arbeiten. Fehlende Bewegung des Pferdes und Parasitenbefall des Darms begünstigen Koliken.

Die Behandlung:
Der Bauchraum wird über ein krampflösendes Medikament entspannt. Durch Gabe von Öl z.B. » Kaschmieder Balsam über einen Schlauch in den Magen kann ebenfalls versucht werden, den Darm wieder in Gang zu bringen. Rektal kann der Tierarzt bis zu einer gewissen Tiefe in den Dickdarm langen, dieser Vorgang dient aber nicht dazu den Enddarm auszuräumen sondern ist von entscheidender Bedeutung für die Diagnosestellung. Je nach Größe des Pferdes lassen sich viele andere Darmteile durch die Darmwand hindurch ertasten. Gegen die Schmerzen wird häufig ein schmerzstillendes Mittel verabreicht. Bei der Wetter- bzw. Kreislaufbedingten Koliken helfen kreislaufstabilisierende Medikamente wie hoch dosierter Weißdorn.

Wichtig! Das Pferd bis zum Eintreffen des Tierarztes nur im Schritt bewegen. Ein Niederlegen des Pferdes sollte bei leichten Koliken zu Gunsten der weiteren Bewegung vermieden werden. Bei schweren Koliken und dem daraus resultierenden drohenden Zusammenbruch des Kreislaufes ist es jedoch eher ratsam dem Pferd das Ablegen zu ermöglichen um eine weitere Belastung des Kreislaufes zu verhindern. Durch Wälzen des Pferdes kann in bestimmten Fällen versucht werden, eine Verschlingung oder Verlagerung des Darms rückgängig zu machen. In manchen Fällen reicht eine nicht-chirurgische Versorgung nicht aus und es muss in einer Kolikoperation am offenen Bauch der Darm kontrolliert und wieder gängig gemacht werden. Sollte es schon zum Absterben eines Darmabschnitts gekommen sein, muss dieser Teil entfernt werden.