Textversion
StartseiteDeutschlandÖsterreichSchweizHundeschulenTierkrankheitenLexikonFirmenverzeichnisServiceOnlineshop

Tierkrankheiten:

Fische

Hund

Kaninchen

Katze

Meerschweinchen & Hamster

Pferd

Ratten

Reptilien

Schweine

Wiederkäuer

Vögel

Kaninchen:

Chinaseuche

Darmmykose

Enterokolitis

Hechtgebiss

Hitzschlag

Kaninchenschnupfen

Kaninchensyphilis

Kokzidiose

Myxomatose

Trommelsucht

Allgemein:

Startseite

Tierarztpraxis eintragen

Hundeschule eintragen

Unternehmen eintragen

my-Tierarzt | NEWS

Werbung

Kontakt

Impressum

Sitemap

Der Begriff Hechtgebiss beschreibt einen über den Oberkiefer hinaus vorstehenden Unterkiefer. Die Krankheit wird auch „Brachygnathia superior“ bzw. „Prognathia inferior“ genannt. Bei Nagetieren kann ein Hechtgebiss schwere Folgeerkrankungen nach sich ziehen. Grund ist das ständige Nachwachsen der Nagezähne.

Die Entstehung und die Wirkung:
Dem Hechtgebiss liegt eine genetische Veranlagung zu Grunde. Man nimmt zudem an, dass es sich um eine Krankheit handelt, welche auf Einflüsse der Domestizierung von Hasen und anderen Nagetieren zu Haustieren, zurückzuführen ist. Die Tiere benötigen als Haustiere eine geringere Intelligenz um zu überleben. Über Generationen haben sich so Tiere mit einem geringeren Gehirnvolumen und damit auch mit einem kleineren Schädel herausgebildet. Anders als der Schädel bleibt das Gebiss aber in seiner ursprünglichen Größe. Dadurch wächst der Unterkiefer über den Gesichtsschädel nach vorne aus. Alle Zähne bei Kaninchen, Meerschweinchen und anderen Nagern wachsen zeitlebens. Damit die Zähne nicht endlos weiterwachsen, muss jedem Zahn ein Gegenpart gegenüberstehen, welche sich gegenseitig abschmirgeln. Genau dies ist bei einem Hechtgebiss nicht der Fall, so dass hier das Längenwachstum der Schneidezähne ungehemmt weiter geht. Neben der genetischen Veranlagung ist das falsche Futter einer der häufigsten Gründe für Hechtgebisse und andere Veränderung des Gebiss von Nagern. Ist das Futter zu energiereich, z.B. durch Körnerfutter oder Buntfutter, dann werden die Zähne zu wenig abgenutzt. Wird das Kauen faserhaltiger Futtermittel durch Fehlgebisse gestört, verstärkt sich das weitere Fehlwachstum.

Die Folgeerkrankungen:
Fehlgebisse behindern die Nahrungsaufnahme der Nager. Je länger die Zähne sind, desto schwerer fällt es dem Kaninchen zu futtern. Dies kann zur Abmagerung des betroffenen Tieres führen. Außerdem kommt es zu Störungen des Verdauungstraktes. Das Tier kann Schmerzen haben, wenn die überlangen Zähne in die Maulschleimhaut reichen. Hier können sich auch Infekte festsetzen, welche zu Vereiterungen im betroffenen Bereich führen.

Die Behandlung und die Prophylaxe:
Die richtige, artgerechte Fütterung ist unabdingbar! So sind Kaninchen Grasfresser und von Natur aus auf das Kauen und die Verwertung faserreicher Pflanzen ausgerichtet. Kraftfutter werden nur zur Mast eingesetzt; das Kaninchen benötigt keine energiereichen Futtermittel, weil diese die Verdauung stören und zu Durchfall führen kann. Daher vor allem faserreicher Nahrung wie Heu anbieten. Dieses macht intensives Kauen nötig, was wiederum den Zahnabrieb des Kaninchens fördert. Die Zähne von Kaninchen und anderen Nagern sollten regelmäßig vom Tierarzt kontrolliert werden. Dabei ist zu beachten, dass die Kürzung von überlangen Zähnen das Problem nicht beseitigt, sondern nur eine kurzfristige Beseitigung der Symptome darstellt. Um das Problem strategisch anzupacken muss bei Zahnüberwachstum ist immer eine radikale Fütterungskorrektur und regelmäßige tierärztliche Kontrolle durchgeführt werden.