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Eine Leishmaniose ist eine weltweit bei Tieren und Menschen vorkommende Infektionserkrankung, die durch Parasiten (Leishmania) hervorgerufen wird. Vor allem Hunde sind von Leishmaniose betroffen, aber auch andere Haustiere wie Katzen, Nagetiere, Rinder, Pferde können befallen sein.

Die Ätiologie:
Hunde und Nager scheinen das Hauptreservoir des Erregers zu sein. Die Übertragung auf Menschen oder andere Säugetiere entspricht wahrscheinlich nicht dem ursprünglichen Wirtsspektrum der Leishmanien. Zur Entwicklung benötigt der Parasit zwei Wirte. Zum Einen handelt es sich hierbei um ein Stechinsekt in dessen Blut sich lange, begeißelte und promastigote Form entwickelt und vermehrt. Wirbeltiere einschließlich des Menschen tragen dagegen die mit 2 bis 5 µm Länge wesentlich kürzere amastigote Form in sich. Dazu sind sie in der Lage aufgrund ihrer Fähigkeit, den Säuregehalt der Phagosomen zu neutralisieren und freie Sauerstoffradikale abzufangen. Hier findet auch ihre Vermehrung durch Teilung statt.

Die Pathogenese:
Im Darm des übertragenden Vektors kommt es nach dem Saugen infizierten Blutes zu einer starken Vermehrung der noch unbegeißelten Form, welche sich anschließend zum größeren, geißeltragenden Parasiten transformiert. Mittels dieser Geißeln wandern die Leishmanien aktiv in den Stechrüssel des Insektes ein und werden von dort bei dessen nächster Blutmahlzeit in die Haut des Säugers übertragen. Sie werden von Zellen der Haut aufgenommen und vermehren sich. Nach ihrer Vermehrung zerstören die Parasiten die Zellmembran und werden so wiederum im Organismus freigesetzt, woraufhin sie neuerlich Zellen des Abwehrsystems des Körpers befallen. Hauptsächlich findet dieses in Lymphknoten, Knochenmark, Milz und Leber statt. Die Inkubationszeit ist dabei sehr unterschiedlich und kann zwischen einen Monat und sieben Jahren betragen.

Die Diagnose:
Infolge der Tatsache, dass Leishmanien nahezu alle Organsysteme des Körpers befallen können, kann sich die Krankheit sehr vielfältig darstellen. Einem Großteil der erkrankten Tiere ist jedoch das Auftreten von Störungen der Haut. Anhand der Verteilung dieser Störung können Rückschlüsse auf die Prognose der Erkrankung gezogen werden:

>> symmetrischer Haarverlust und Schuppenbildung:
mit 60 Prozent der Fälle häufigstes Krankheitsbild,
das vorwiegend Tiere mit intaktem Immunsystem entwickeln;
beginnend am Kopf verbreitet sich die Erkrankung am gesamten restlichen Körper.

>> Hautgeschwüre über Knochenvorsprüngen, an Schwanzspitze und Ohren und im
Haut-Schleimhaut-Übergang: betrifft 20 Prozent der befallenen Tiere und deutet
auf eine geschwächte Immunabwehr hin. Die Symptome werden einerseits direkt
durch die Parasiten hervorgerufen, können aber auch indirekt über eine von
Immunkomplexen hervorgerufene Vaskulitis verursacht werden.

>> Knötchenbildung in der Haut: Die Erkrankung tritt bei etwa 12 Prozent der
Patienten auf und weist auf eine ungenügende Immunabwehr hin.

>> generalisierte Hautdegeneration mit Pustelbildung im Bereich des Körperstammes:
mit 4 Prozent die seltenste Form. Die Pusteln sind mit einer nichteitrigen Flüssigkeit
und einigen Parasiten gefüllt. Die Pathogenese dieser Form ist nicht geklärt und es
gibt keinen Hinweis auf einen Zusammenhang mit der Immunkompetenz des erkrankten Tieres.

Weitere Störungen der Haut wie Verhornung, Krallenverkrümmung und Nagelbettentzündung sowie Pigmentverlust im Nasen-Maulbereich können Zeichen einer Leishmaniose sein. Neben der Erkrankung der Haut sind häufig gleichfalls die inneren Organe betroffen. Je nach Organbeteiligung kann es zu Entzündungen an Leber, Darm, Blutgefäßen, Knochenmark, Nerven und Muskeln kommen. Wegen der völlig unterschiedlichen Krankheitsbilder weil die Untersuchung nicht zur Routinediagnostik gehört, ist die Diagnosefindung oft sehr schwierig sein. Erschwerend kommt hinzu, dass es keinen absolut zuverlässigen Test für die Krankheit gibt. Die Diagnosestellung beruht neben dem direkten Parasitennachweis vor allem auf Untersuchungen zur Immunantwort des Wirtes. Ein direkter Nachweis der Leishmanien kann Untersuchungen der Zellen, des Knochenmarks, der Lymphknoten oder der Haut unter dem Mikroskop erfolgen. Dies ermöglicht eine direkte Identifizierung der sich meist intrazellulär befindenden Leishmanien.

Die Behandlung:
Häufig ist eine vollständige Heilung der Erkrankung nicht möglich. Die therapeutischen Ansätze konzentrieren sich daher neben der Erregerelimination vor allem auf eine Stärkung der körpereigenen zellulären Abwehr.
Hierzu gibt es die verschiedensten medikamentösen Behandlungen.

Die Prophylaxe:
Ein wesentlicher Bestandteil der Bekämpfung der Leishmaniose ist die Prophylaxe einer Infektion. Der klassische Weg ist, Das Stechinsekt vom Stich am Hund abzuhalten. Es gibt auch eine Möglichkeit der Impfung, welche allerdings in Deutschland noch nicht angeboten wird.