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Als Futterallergie bezeichnet man in der Tiermedizin eine allergisch bedingte Reaktion der Haut oder anderer Organe, die durch die Aufnahme von Futter oder Futterzusatzstoffen hervorgerufen wird.

Die Häufigkeit:
Die Futterallergie stellt bei Hunden nach Flohallergie und Atopie [Überempfindlichkeitsreaktionen] die dritthäufigste Allergie dar. Die Zahlenangaben über die Häufigkeit dieser Allergie in der Literatur variieren stark zwischen 8 und25%. Als Faustregel gilt aber, dass die Atopie beim Hund etwa 10mal häufiger vorkommt als die Futterallergie.

Der Auslöser:
Eiweiße bzw. Milchprodukte gelten heute als die bedeutendsten Auslöser bei Hunden. Prinzipiell kann jedes Eiweiß im Futter bei einem Tier zu allergischen Reaktionen führen. Je häufiger es aber aufgenommen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Sensibilisierung und einer irgendwann allergischen Reaktion. Dabei kann das betroffen Eiweiß jahrelang ohne Folgen aufgenommen worden sein, und dann quasi über Nacht zum Auslöser von Allergien. Die häufigsten Allergieauslöser beim Hund sind Milchprodukte, Rind, Eier und Weizen, gefolgt von Huhn, Lamm, Soja und Mais. Fisch, Reis und Schwein waren eher unbedenklich. Leider sind diese häufigen Allergieauslöser in fast allen Fertigfuttern in unterschiedlichen Mengen enthalten, oft nur schwer erkennbar z.B. als „tierische Nebenerzeugnisse“ deklariert. Eine Umstellung von einem kommerziellen Futter auf ein anderes ist demnach für die Diagnose einer Futterallergie nicht geeignet.

Als weiteres Problem gelten „versteckte Allergene“. Diese sind in Pflanzenöle, wie Mais- oder Sojaöl enthalten und verstecken sich unter anderen in Leckerlis und Trockenfutter. Ähnliches gilt für Weizenproteine.

Das Auftreten:
Symptome einer allergischen Reaktion können innerhalb 15 Minuten bis hin nach mehrere Stunden auftreten. Der Großteil der allergischen Tiere reagiert aber erst Tage, manchmal sogar Wochen nach der Allergenaufnahme. Daher ist eine Zuordnung des allergieauslösenden Stoffes bei Hunden sehr schwer.

Die Symptome:
Hautsymptome, meist ohne typisches Verteilungsmuster. Juckreiz, der keine saisonalen Schwankungen zeigt vor allem im Gesicht, Ohren, Pfoten, Achseln, Innenschenkel und am Bauch. Sonderformen wie chronische Ohrentzündungen oder Pfotenentzündungen sind mögliche Symptome einer Futterallergie oder auch Probleme des Magen-Darm-Bereichs. Es kann zu Erbrechen, Durchfall, Blähungen, kolikartige Bauchschmerzen, überlaute Darmgeräusche, ungeformter Kot u.s.w. kommen. Auffallend hohe Zahl täglicher Kotentleerungen. Seltener sind allergische Sofortreaktionen wie Schwellung des Gesichtes oder ein Lidödem. Extrem selten sind epileptische oder asthmaähnliche Anfälle.

Die Diagnose:
Die Diagnose einer Futterallergie [wie auch eine Lebensmittelallergie beim Menschen] ist schwierig, weil sie keine Rassen oder Altersprädispositionen und keine typischen Hautveränderungen zeigt. „Blut-Allergietest“ und ein Hauttest sind bislang bei Hunden bislang unzuverlässig.

Zuverlässig, wenn auch aufwendiger und langwieriger, ist die Umstellung auf eine hypoallergene Diät mit anschließender Provokation zur Allergenidentifikation – eine Maßnahme, die äußerste Disziplin bei allen Familienmitgliedern voraussetzt. Zuvor sollten unbedingt bakterielle Infektionen und Malasseziendermatitis/-otitis als wichtige Ursachen für Juckreiz unter Kontrolle sein, damit der Erfolg der Futterumstellung auch korrekt beurteilt werden kann.

Der Hund wird in der ersten Phase mit nur einem einzigen Eiweiß und einem Kohlenhydrat gefüttert. Der Betreffende Hund sollte dieses Futter zuvor noch nie gefressen haben. Als prinzipiell geeignet gelten Schaf, Pferd, weißer Fisch, Wild, Ente, Ziege, Kaninchen, Soja/Tofu, Strauß, als eher ungeeignet Huhn, Pute, Rind und Milchprodukte. Als Kohlenhydratquelle werden entweder unbehandelter Reis oder Kartoffeln gegeben. Die Futterumstellung auf das neue Futter sollte langsam und über mehrere Tage erfolgen. Diese Phase sollte über mindestens 8 Wochen konsequent durchgeführt werden.

Zu einer Besserung der Symptome, kommt es innerhalb von 4-6 Wochen. Dies ist aber von Hund zu Hund verschieden. In der zweiten Testphase kommt es zur Provokation, um sowohl die Diagnose „Futterallergie“ zu sichern als auch die Allergene zu identifizieren. Dazu wird jede Woche ein neues Eiweiß gefüttert. Daraus kann man eine „Positivliste“ und eine „Negativliste“ erstellen. Auf dieser Basis wird in der Folgezeit das „richtige“ Futter für den Hund ausgewählt.

Die Symptome treten in Phase 2 innerhalb von wenigen Stunden bis hin zu 3 Tagen auf. Dann sollte dieses Futter sofort abgesetzt werden. Sobald die Symptome nicht mehr zu erkennen sind, kann man ein anderes Futter testen. Wird eine getestete Substanz über eine Woche ohne Verschlimmerung gegeben, gilt sie als nicht allergieauslösend.

Die Behandlung:
Die beste Therapie besteht in der konsequenten Vermeidung des/der auslösenden Allergene. In ca. 50 % der Fälle sind Kurzzeitkortisone wirksam. Manchmal sind auch Antihistaminika hilfreich.

Das Fazit:
Alles in allem ist eine Futterallergie keine leichtzunehme „Krankheit“. Sie stellt als Halter eine große Verantwortung gegenüber seinem Hund da. In solch ein Fall sollte man sich mit dem seinem Tierarzt des Vertrauens in Verbindung setzten.